Releaseparty zum neuen Drehmoment-Album „Pffh“

Was raus muss muss raus

In einer Zeit, in der musikalischer Erfolg oft mehr von guter Inszenierung, inhaltlicher Relativität und dem Aufsetzen von Masken abhängt als von künstlerischem Anspruch, sind Rap-Poeten wie Drehmoment, die ihr Innerstes auf eine lyrisch faszinierende Weise preisgeben und mehr Haltung statt Pose einnehmen, eine echte Ausnahmeerscheinung in der deutschen Rap-Landschaft. Um es mit den Worten der Backspin zu sagen: „Lange hat man keinen Rapper mehr gehört, der es schafft, den Hörer so intensiv an die Hand zu nehmen und ihm seine Welt durch seine oft sehr persönlichen und autobiografischen Geschichten zu zeigen.“

Seit Beginn seiner Künstlerlaufbahn vor 15 Jahren im Saarland, und nach bereits vier selbstproduzierten Alben, steht Drehmoment für authentische, persönliche und intelligente Rapmusik. Aber auch auf der Bühne ist er on fire, was unter anderem Musikerkollege Gentleman sehr zu schätzen weiß, der ihn bereits dreimal für einen Auftritt mit auf die Bühne nahm. „Drehmoments Texte sind etwas ganz Besonderes – sie sind wichtig!“, verlautbarte die deutsche Reggae-Legende Gentleman vor einem dieser gemeinsamen Auftritte vor versammelter Crowd. Der gemeinsame Song „Aufstand“, der auch auf dem kommenden Album von Drehmoment zu hören sein wird, ist der politischste Song des Albums und eine wahre Rap-Dancehall-Hymne.

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Bei dem neuen Projekt „Pffh“ wird die Melancholie der Vorgänger-Alben aufgebrochen und entlädt sich in einem Sturm voller Aggressionen und Empörung gepaart mit einer fein abgeschmeckten Portion gesunder Gleichgültigkeit – ganz nach dem Motto: Was raus muss muss raus. Neuer dunkler Begleiter ist die lässig wütende Handpuppe namens „Tufac“, die anstelle des eher diplomatischen Drehmoment kein Blatt vor den Mund nimmt und gnadenlos ehrlich abliefert. Dieser vor Angriffslust strotzende verlängerte Arm von Drehmoments Persönlichkeit zeigt dessen Gefühlswelt von einer gänzlich anderen Seite. Drehmoment wettert als Tufac gegen die teilweise lächerliche Rap-Konkurrenz mit dem geistigen Nährwert eines Happymeals, falsche Freunde, die Pharce unserer angeblich aufgeklärten Gesellschaft, eingefleischte Vegetarier und Evolutionsverweigerer – eigentlich alles, worüber man sich stets mit einer selbstbewussten Gelassenheit herzlich aufregen kann – „Pffh.“

Soundtechnisch setzt die Platte klar auf Energie. Treibende und druckvolle Beats treffen auf hochenergetischen Rap, der lyrischen Anspruch und den Trueschool-Geist der goldenen HipHop-Ära mit fortschrittlichster Rap-Technik vereint. Die Beats für das Album wurden teils von langjährigen Weggefährten gebastelt, teils von renommierten Produzenten wie den Beatgees, einer Berliner Hitschmiede, die unter anderem schon für Sido, F.R., Culcha Candela und Tim Bendzko produziert haben. Daneben ist auf Drehmoments neuem Werk auch die DJ- und Produzenten-Untergrund-Legende Beat Sampraz aka Mr. Wiz von RAG mit einem Instrumental vertreten.

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